Monday, May 20, 2013

Ruairí O'Brien elected to governing Council of the Professional Lighting Designers Association PLDA

Acceptance speech read out to the members at the AGM in Berlin on Saturday 18.05.2013

Dear council, past and present,
Dear President, Dear fellow members,
Dear colleagues and of course Dear students.

With joy I received the message that my candidacy for the post of Director for Education and member of the governing Council was successful.
I am delighted that the members have shown me such confidence and thank everyone who voted for me. Unfortunately I cannot be in Berlin with you at this moment due to a private unforeseen event in Dresden.
In this way I would also like to send my congratulations to all the selected candidates.
I look forward to the important work ahead with you all.

History has taught us that no society, institute or family can ignore the needs of their young and survive.
To ensure our future and the future of the profession we have to begin early with the communication of our values and our standards. We must want people at the earliest age to understand what good lighting is. One of the most important areas for this is of course the universities but one should not forget the schools.
If we want a future society that understands and respects lighting design as being of utmost importance to our everyday life then we need to ensure that there is a wider public understanding of "what we do."
We also need to communicate how "what we do" influences their world, "the people on the street."
A major part of my work will be the "Communication" of our vision to the schools, universities, the profession, the industry and the students. This will be balanced by the second most important part of my work that of "Understanding" the needs of our partners, in the profession, universities, industry and the general public at large. Only with their help can we develop our vision, protect our standards and nuture our values. The future lighting designer and the educational programs required for the next generation requires our Input. We must be generous and share our experience, enthusiasm and our knowledge with others in order to achieve the highest results. But we must also be prepared to take the time to understand the problems before we try to solve them. The "Education zone" is a neutral meeting point for all, to be respected and cherished, it is our future. It is a place were the future of the lighting design Profession could be decided.

However despite the dark skies here in Dresden this morning I say, the future is bright for the children of light !

Enjoy the rest of your stay in Berlin.

Thank you.

Ruairi O'Brien

Wednesday, April 24, 2013

Gutes Stadtlicht entwickeln - Ruairí O'Brien

Die wissenschaftlich-technische Dimension von Licht ist jedem geläufig. Seine Bedeutung als Kulturphänomen wird häufig vernachlässigt. Die Kommunen sind gut beraten, die Themen Stadtidentität und Architektur als Aufgaben der Lichtplanung zu begreifen.

Licht und der Umgang mit Lichtquellen tragen maßgeblich zum Erscheinungsbild unserer Städte und Gemeinden bei. Licht beeinflusst, auf welche Weise Orte wahrgenommen und genutzt werden. Jede Stadt hat etwas, das ihre Identität ausmacht. Es liegt nahe, dass auch und gerade die städtische Beleuchtung darauf abgestimmt sein sollte.

Viele positive Beispiele zeigen, dass einige Städte andere ohne eine gezielte und ganzheitliche architektonische Lichtplanung buchstäblich „im Dunkel“ stehen lassen. Eine erhöhte Sensibilisierung für das Thema Licht und gewachsene Erwartungshaltung in der Bevölkerung sowie bei Touristen führen vielerorts zu einem Umdenken in Politik und Verwaltung: Licht ist mehr als nur eine wissenschaftlich-technische Erscheinung; Licht ist vielmehr auch ein Kulturphänomen, entscheidend für die Attraktivität und den Erfolg einer Stadt.

Eine Investition in die Beleuchtung des öffentlichen Raumes ist erst dann wirklich effizient, wenn neben der optimalen Funktionssicherung auch die Attraktivität des öffentlichen Raumes gesteigert, die Energiekosten gesenkt, die Sicherheit erhöht und die Lichtverschmutzung reduziert werden können. Die Nachhaltigkeit von Licht und Beleuchtung im städtischen Raum zu gewährleisten, darf nicht nur aus ökonomischer Sicht betrachtet werden, sondern erfordert die Berücksichtigung von Identitätsmerkmalen einer Stadt: Wie kann der jeweilige Ort das Licht (die Leuchten) aufnehmen? Wie funktioniert eine moderne Lösung im Einklang mit der Tradition des Ortes? Wo leuchten Orte zu hell, zu dunkel, zu bunt? Wo muss die Beleuchtung reduziert oder erweitert werden? Wo ist es sinnvoll, eine sachlich-kühle oder eine besinnlich-warme Lichtstimmung anzubieten? Durch eine Stadt muss der Mensch sich abends mittels Lichts leiten lassen, der Weg sollte intuitiv abgelaufen werden können.

Masterplan weist den Weg

Auch identitätsbildende architektonische Merkmale, besondere historische Bauwerke oder Objekte sollten „ins rechte Licht“ gesetzt werden. Verkehrswege, die sicher in zügigem Tempo nutzbar sein, Wege zum Flanieren und Räume, die zum Verweilen einladen sollen, brauchen ein ihrer Funktion und ihrem Charakter entsprechendes Licht.

Moderne Beleuchtungsanlagen benötigen nicht nur die Festlegung des Leuchtmittels mit der passenden Steuerungssoftware, Lampenfassungen, Reflektoren und Verkabelung, sondern ebenso relevant ist eine Betrachtung von architektonischer Gestaltung, Mast und Statik. Lichtfarbe und Helligkeit müssen mit der städtebaulichen Umgebung vor Ort und den umgebenden Materialien harmonieren. Auch weiche Faktoren spielen eine Rolle. Wird Lebendigkeit oder Ruhe gefördert? Wird der Charakter des Ortes gestärkt oder geschwächt?

Die Entwicklung zu qualitätsvollem, guten Licht in der Stadt beginnt im Optimalfall mit einem durch einen unabhängigen Planer erarbeiteten Lichtmasterplan. Darin werden die grundsätzlichen Gestaltungsprinzipien, -prämissen und -prioritäten bei der Beleuchtung einer Stadt geklärt und für den mittel- und langfristigen Entwicklungs- und Gestaltungsprozess eine solide Grundlage geschaffen. Die Kriterien werden zuvor mit einem fachübergreifenden Team erarbeitet, in dem auch zuständige Fachämter für Beleuchtung im öffentlichen Raum beteiligt sein sollten wie Stadtplanungs-, Tiefbauamt und Stadtmarketing.

Das Ergebnis des Lichtmasterplans ist die Lichtvision einer Stadt, auf welche die langfristige Entwicklungsperspektive ausgerichtet wird. Ausgehend von einer Analyse der Bestandssituation werden dafür Strategien entwickelt und Maßnahmen abgeleitet, die zur Erreichung einer urbanen Lichtkultur führen. Diese umfassen städtebauliche und stadtentwicklungsbezogene Themen (belebte Bereiche in Einklang mit ruhigen Zonen), haushalterische Fragen (Investitionskosten, Betriebskosten für Energie und Wartung) wirtschaftliche Überlegungen (Handel, Tourismus, Finanzierungs- und Beteiligungsmodelle) und Maßnahmen zur Einbindung der Öffentlichkeit.

Ebenfalls Beachtung findet die unterschiedliche Nutzung und Wahrnehmung des öffentlichen Raumes während der Jahreszeiten. Die Entwicklung der Technologie in den vergangenen Jahren hat Möglichkeiten und Aufgaben einer Planung wesentlich erweitert: Es geht heute um weit mehr als nur um Licht „an“ oder „aus“.

Zu bedenken ist auch, dass die künstliche Beleuchtung der Stadt tagsüber nicht genutzt wird, Lichtmasten und Leuchten jedoch als „notwendiges Übel“ oder schmückendes Objekt sichtbar bleiben. Beispiele zeigen, dass anspruchsvolle Städte für ihre repräsentativen Orte attraktive, individuell gestaltete Lösungen finden, die daran anknüpfen oder wieder entdecken, was bereits vor rund 100 Jahren alltäglich war: Straßenleuchten, die als guss- oder schmiedeeiserne Kunstwerke auch bei Tageslicht europäische Marktplätze zierten.

Ruairí O’Brien

Der Autor

Ruairí O’Brien ist freier Architekt und Lichtplaner in Dresden

http://www.gemeinderat-online.de/index.php?id=683

Monday, April 15, 2013

Vorstandswahl Architektenkammer Sachsen


Alf Furkert als Präsident der Architektenkammer Sachsen wieder gewählt

Die Vertreterversammlung der Architektenkammer Sachsen hat auf ihrer Sitzung am 12.04.2013 den Dresdner freien Architekten Dipl.-Ing. Alf Furkert als Präsident für die Wahlperiode 2013 – 2017 in zweiter Amtszeit wieder gewählt.
Furkert bleibt damit Vorstandsmitglied der Bundesarchitektenkammer und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sächsischer Architekten.

Auch die Vizepräsidentinnen, Dipl.-Ing. Liane Remmler, Freie Architektin aus Lichtenau, und Dipl.-Ing. Ines Senftleben, Freie Architektin für Stadtplanung aus Leipzig, wurden für weitere 4 Jahre im Amt bestätigt.

Die Vertreterversammlung wählte weiterhin den Vorstand und die Ausschüsse für die Legislatur 2013 – 2017. Neu im Vorstand sind Ruairí O’Brien aus Dresden (der auch zum Vorsitzenden des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit gewählt wurde) und Martin Faßauer aus Leipzig.

Vorstand

Präsident

Furkert, Alf, Dipl.-Ing., Freier Architekt, Dresden


Vizepräsidentinnen

Remmler, Liane, Dipl.-Ing., Freie Architektin, Lichtenau

Senftleben, Ines, Dipl.-Ing., Freie Architektin für Stadtplanung, Leipzig


Vorsitzender Haushaltsausschuss

Seelemann, Dirk, Dipl.-Ing., Freier Garten- und Landschaftsarchitekt, Markkleeberg


Mitglieder des Vorstandes

Faßauer, Martin, Dipl.-Ing. (FH), Freier Architekt, Leipzig

Gebhardt, Steffen, Dipl.-Ing., Freier Architekt/Freier Innenarchitekt, Dresden

Just, Holger, Dipl.-Ing., Freier Architekt, Dresden

Krüger, Claus, Dipl.-Ing. (FH), Freier Architekt, Sebnitz

Meiler, Martin, Dipl.-Ing. (FH), Freier Architekt, Plauen

O'Brien, Ruairi, Dipl.-Arch., Freier Architekt, Dresden


Der Präsident betonte, dass die in der Architektenkammer Sachsen als berufständische Selbstverwaltung organisierten Architekten, Innenarchitekten, Garten- und Landschaftsarchitekten und Stadtplaner im Freistaat Sachsen auch zukünftig vor großen Herausforderungen stehen. Einerseits belastet die Finanzkrise eine kontinuierliche Entwicklung des Bausektors, andererseits stellen öffentliche Investitionen z. B. in Kindergärten- und Schulen in den großen Städten in Sachsen Aufgaben dar, die von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Engagement und Kooperation erfordern. Furkert fordert in diesem Zusammenhang eine Beibehaltung der bewährten Aufgabenteilung in Planung und Ausführung. Bestrebungen, die Architektenleistungen im Paket mit der Bauausführung einzukaufen, erteilte er eine Absage. Dies könne nicht wirklich im Interesse der Bauherren liegen.

Monday, April 8, 2013

Ruairí O'Brien's Travelling Micromuseum Exhibition for Erich Kästner in Omsk, Sibiria, Russia

What a great experience, a week in Russia. I am delighted that the TME, (Traveling Micromuseum exhibition) I created for Erich Kästner was invited to Omsk, Sibiria as part of the Germany/Russia year celebrations.
The exhibition can be seen in the famous city library in the city Centre. The people of the library were very helpful during the installation. During the week I also gave a lecture about my work at the city design school and a workshop. I was also asked to be a member of the jury for their annual fashion show.
In between all this hard work I managed to visit the Dostojewski Museum. A must for anyone visiting Omsk.
The Erich Kästner exhibition opening went very well, with lots of young enthusiastic people turning up. It was very inspiring for me to see so many happy and interested faces.

Wednesday, February 13, 2013

Eröffnung der Gedenkwand „Slaughterhouse-Five“

13.02.2013
Messe Dresden GmbH

Dresden, 13.02.2013 (newsropa.de) - Es gibt einen Ort in der MESSE DRESDEN, welcher eine ganz besondere und bewegende Geschichte zu erzählen hat. Heute kaum noch erkennbar, diente der Keller des „Slaughterhouse-Five“ (dt. Schlachthof 5) im zweiten Weltkrieg für die Deutschen als Kriegsgefangenenlager. Unter Ihnen der amerikanische Schriftsteller Kurt Vonnegut Jr., welcher die Bombenangriffe auf Dresden überlebte und die eigenen Erfahrungen in seinem Buch „Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug“ viele Jahre später niedergeschrieben hat. Als Erinnerung und Mahnmal an diese Zeit, eröffnet die MESSE DRESDEN mit dem Künstler Ruairi O´Brien und den Deutschen Werkstätten Hellerau eine Gedenkwand.

Ausgehend von der Nacht am 13./14. Februar 1945, als Briten und Amerikaner mit Luftangriffen Dresden zerstörten, projiziert Kurt Vonnegut Jr. in seinem Buch die eigenen Erfahrungen auf die Hauptperson Billy Pilgrim. Als eines der bedeutendsten Werke der US-amerikanischen Literatur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, spiegelt der Antikriegsroman nicht das Massensterben in der von Flüchtlingen überfüllten Stadt wider, sondern zeigt die psychische Vernichtung der Seele eines Einzelnen auf.

Während der Keller im Foyer der HALLE 1 und das Buch von Kurt Vonnegut Jr. international als „Slaughterhouse-Five“ bekannt sind, kennen in Dresden nur die Wenigsten das Buch und die damit verbundene Geschichte. Um dies zu ändern, hat die MESSE DRESDEN, gemeinsam mit dem Dresdner Künstler Ruairi O´Brien und den Deutschen Werkstätten Hellerau, eine Gedenkwand errichtet.

Diese zeigt in moderner, visueller Darstellung den Stadtplan von Dresden aus dem Jahr 1945 in Kontrast zu Originalaufnahmen der zerstörten Stadt. Verteilt auf 135 hinterleuchtete Kästen, werden dem Betrachter die Inhalte des Buches und die Geschichte des Kriegsgefangenen durch auflockernde Elemente näher gebracht. Ein Drittel der Quadrate stehen ein wenig hervor und verbildlichen neben Originalzitaten aus dem Buch das Geschehen, sodass sich die Betrachter das Themengebiet nach und nach „erarbeiten“ können. Wer genau hinschaut, der kann im Zentrum der Gedenkwand das wohl treffendste Zitat von Billy Pilgrim entdecken: „It was like the moon“ – damit gemeint ist die unglaubliche Zerstörung Dresdens nach den Bombenangriffen.

Ruairi O´Brien, Künstler und Designer der Gedenkwand dazu:

„Bereits vor 1 ½ Jahren gab es erste Gespräche zur Umsetzung der Gedenkwand mit der MESSE DRESDEN – seitdem ist die Zeit wahnsinnig schnell vergangen, auch aufgrund der vielfältigen Inhalte, die vermittelt werden. Die moderne Darstellung und die Cartoonhaftigkeit sollen dazu beitragen, einen leichteren Zugang bei gleichzeitiger Achtung der Brisanz des Themas zu ermöglichen. Ich denke, dass hätte auch Kurt Vonnegut Jr. gefallen.“

Mit der Eröffnung der Gedenkwand ist es der MESSE DRESDEN ein Anliegen, die historisch bewegende Geschichte auch für jüngere Generationen greifbar zu machen, um so an die Kriegsgefangenen des Schlachthof 5 zu erinnern.

Kontakt:

Matthias Luft, Assistent Werbung/PR, Tel.: 0351/4458-107, Fax: 0351/4458-148

E-Mail: matthias.luft@messe-dresden.de, MESSE DRESDEN, Messering 6, 01067 Dresden



Tuesday, February 12, 2013

Erinnern an ‚Schlachthof 5‘ - Kurt Vonnegut - Ruairí O'Brien


Ruairí O’Brien vor seiner Informationsskulptur „Slaughterhouse 5“,
unter anderem mit selbst gezeichnetem Vonnegut-Porträt (o.l.).Foto: Andreas Weihs

DRESDEN - Nichts in dem weiß getünchten, mit türkisfarbenem Bodenbelag ausgestatteten Keller der Messehalle 1 im Dresdner Ostragehege erinnerte bisher an seine Literatur gewordene Geschichte. Das ist ab heute anders: Um 18 Uhr wird mit einem Festakt nebst Lesung am Originalschauplatz des berühmten gleichnamigen Antikriegsromans „Slaughterhouse 5“ von Kurt Vonnegut eine künstlerisch gestaltete Gedächtniswand des irischen Künstlers und Architekten Ruairí O’Brien eingeweiht. Im Kellergeschoss des damaligen Schlachthofes überlebte der amerikanische Autor - wie auch sein Romanheld Billy Pilgrim - als Kriegsgefangener den Bombenangriff der Alliierten auf Dresden am 13. Februar. „Jedes Jahr kommen viele Touristen aus aller Welt hierher, um den authentischen Ort zu besuchen“, sagt Messe-Geschäftsführer Ulrich Finger. Dass sie nie eine Form des Gedenkens vorfanden, ärgerte auch Finger. In dem in Dresden lebenden O’Brien begegnete er einem Gleichgesinnten mit der passenden Idee: Eine Art „Informationsskulptur“ thematisiert in Text und Bild die Sinnlosigkeit des Krieges und die Zerstörung Dresdens. „Ich greife die collageartige Struktur des Romans auf“, sagt O’Brien. Auf einem gerasterten Auf einem gerasterten Leuchtfeld mit Dresdner Stadtplan von 1945 bilden selbst gezeichnete Cartoons, dokumentarische Fotos, Zitate von Vonnegut, Erich Kästner oder Victor Klemperer Kontaktflächen zwischen Historie und Roman.

Thursday, February 7, 2013

Dresdner Unternehmer und Kulturschaffende setzen Zeichen für Toleranz und gegen Nazis


Dresden. Etwa 1000 Nazis wollen am 13. Februar in Dresden marschieren. Dass sie deren Anwesenheit entschieden ablehnen, wollen zahlreiche öffentliche Einrichtungen und Vereine in der Stadt zum Ausdruck bringen. Banner und Fahnen etwa vor der Semperoper oder am Schauspielhaus setzen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus oder fordern zur Teilnahme an der Menschenkette auf.

„Unser Kulturwille war unserem Lebenswillen adäquat“ wird auf Fahnen zu lesen sein, die in diesem Jahr am 13. Februar auf dem Theaterplatz vor der Semperoper wehen werden. Der Satz stammt von dem jüdischen Dirigenten und Komponisten Viktor Ullmann, der sich im KZ Theresienstadt mit Musik gegen die Barbarei der Nationalsozialisten zur Wehr setzte und im Oktober 1944 im Vernichtungslager Auschwitz umkam. „Kulturwille, das ist der Wille zu Respekt, Toleranz, Vielfalt und Humanismus, und das ist die Ablehnung von Gewalt, Hass, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen“, erklärte der kaufmännische Geschäftführer der Sächsischen Staatstheater, Wolfgang Rothe. Künstler und Mitarbeiter der Dresdner Semperoper rufen zudem geschlossen zur Teilnahme an der Menschenkette der Stadt auf.

Im Durchgang von der Dreikönigskirche zum Societaetstheater hängt bereits das Banner mit dem Zitat Erich Kästners, das zu Zivilcourage aufruft.
Auch zahlreiche andere Spielstätten reihen sich ein in die breite Front derjenigen, die ein Zeichen setzen wollen. So wird das Dresdner Schauspielhaus zwischen dem 9. und 14. Februar an seiner vom Postplatz aus gut sichtbaren Premierentafel wieder ein Banner mit einem Zitat Erich Kästners platzieren, in dem es wortgemäß heißt: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ An der Initiative der Dresdner Theater, Museen und Orchester gegen Rechtsextremismus beteiligen sich unter anderem auch das Europäische Zentrum der Künste Hellerau und das Societaetstheater.

Als Werbefläche für Toleranz wurden in diesem Jahr erstmals auch die Fauleier der Kaditzer Kläranlage entdeckt. Seit Wochenbeginn wirbt eine riesige Leuchtreklame auf dem 35 Meter hohen südlichen Turm für die Teilnahme an der Menschenkette. „Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, sich gegen Fremdenfeindlichkeit zu engagieren, doch Zivilcourage kann man auch als Unternehmen zeigen“, kommentierte Gunda Röstel, Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden GmbH. Schwer zu übersehen ist auch das 16 Meter hohe Plakat an der Außenfassade der Gläsernen Manufaktur am Straßburger Platz, mit dem das Unternehmen seit Wochenbeginn für „Vielfalt und Toleranz“ wirbt.

Ein ganz eigenes Zeichen der Mahnung möchte die Messe Dresden setzen. Ab dem 13. Februar wird eine Wandinstallation am Haus 1 an die dramatischen Szenen erinnern, die sich am 13. Februar 1945 im Keller darunter abspielten. Der amerikanische Autor Kurt Vonnegut hatte die Bombennacht in jenem Keller als Kriegsgefangener er- und überlebt und seine Erlebnisse 1969 in dem Antikriegsroman „Slaughterhouse 5“ („Schlachthof 5") verarbeitet, in dem er die Zerstörung Dresdens anprangert. Die Installation aus Zeichnungen, Fotos und Stadtplanauszügen soll die Geschichte Dresdens wiedergeben und wurde von dem Dresdner Architekten Ruairi O’Brien entworfen und von den Werkstätten Hellerau in Szene gesetzt.

Für einen echten Blickfang hatte in den vergangenen Jahren der Dresdner Verein Bürger.Courage e. V. gesorgt. An einem Hochhaus am Postplatz hatte die Initiative ein Plakat unter die Leuchtreklame „Dresden grüßt seine Gäste!“ aus DDR-Zeiten gehängt, mit den ergänzenden Worten „…auf Nazis verzichten wir!“ darauf. Aufgrund der durch das neu entstandene Zwinger-Forum gestörten Blickbeziehung werde dies nicht wiederholt, sagte Sprecher Christian Demuth am Mittwoch. „Stattdessen wird es am 11. Februar eine mobile Aktion mit dem Originalplakat geben“, so Demuth. An mehreren Orten im Stadtgebiet seien kleinere Veranstaltungen rings um das Thema 13. Februar und Rechtsextremismus geplant.

Jane Jannke

DNN

http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Dresdner-Unternehmer-und-Kulturschaffende-setzen-Zeichen-fuer-Toleranz-und-gegen-Nazis-400289571