Monday, April 30, 2012

Chemnitz: Stadträte unterstützen Pläne für Stasi-Gedenkort am Kaßberg

Fraktionsübergreifend Zustimmung für Vorhaben

Chemnitz. Roland Jahn gehört zu den flammendsten Befürwortern der Idee, im ehemaligen Gefängnis auf dem Kaßberg eine Gedenkstätte einzurichten. Bei der Vorstellung der Pläne am Samstag in der Außenstelle seiner Behörde an der Jagdschänkenstraße warb der ehemalige Bürgerrechtler und jetzige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU) erneut für das Projekt. "Das Gebäude ist nicht nur einer der authentischsten Orte für geschehenes DDR-Unrecht, sondern in seiner Rolle als Abschiebestation für vom Westen freigekaufte, politische Häftlinge auch einzigartig", sagte Jahn.
Die Gedenkstätte, das sehen die Pläne des Dresdner Architekten Ruairí O'Brien vor, soll im ehemaligen sogenannten Trakt B an der Hohen Straße eingerichtet werden. In diesem wurden DDR-weit Häftlinge für den Freikauf zusammengeführt, von hier starteten die Transporte in den Westen. Nach den Worten von Clemens Heitmann, dem Vorsitzenden des Vereins Lern- und Gedenkort Kaßberg und gleichzeitig Leiter der BStU-Außenstelle Chemnitz, seien bis 1989 rund 30.000 Menschen in die BRD gebracht worden und dafür etwa 3,5Milliarden D-Mark in die DDR geflossen. "Ich wünsche mir einen Ort, der Gedenken und Lernen miteinander verbindet und der sich durchaus auch aktuellen Themen widmen kann, wie zum Beispiel den Situationen in Nordkorea oder Syrien. So etwas fehlt in ganz Chemnitz", so Heitmann.
Vertreter der Chemnitzer SPD, CDU und Bündnisgrünen betonten am Samstag, das Vorhaben unterstützen zu wollen. Das will auch die FDP, die niemanden geschickt hatte, was laut Fraktionsgeschäftsführer Eduard Jenke aber nur ein Terminproblem gewesen sei. Für die Linke war Thiemo Kirmse vom Stadtverband dabei, der auch Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) ist. Er mahnte, bei der Einrichtung der Gedenkstätte den Zeitraum von 1933 bis 1945 angemessen zu berücksichtigen. Während dieser Zeit war das Gefängnis von den Nationalsozialisten genutzt worden. "Uns geht es nicht um Gleichsetzung, aber um Gleichbehandlung", so Kirmse.
Um den fraktionsübergreifenden Wunsch nach der Einrichtung der Gedenkstätte formal zu untermauern, soll der Stadtrat dazu nun einen Beschluss fassen. Das jedenfalls forderte Siegfried Reiprich, der Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Doch auf den Weg bringen muss das Vorhaben letztlich der Sächsische Landtag. Der hatte dies im November 2011 zwar bereits beschlossen. Doch im aktuellen Entwurf des neuen Gedenkstätten-Stiftungsgesetzes, das im Sommer bestätigt werden soll, taucht das Kaßberg-Gefängnis nicht auf. "Die finanzielle Förderung des Vorhabens ist deshalb weiter offen" so Reiprich.
Dass der Freistaat das Gebäude verkaufen möchte, steht den Plänen nach Einschätzung von Gedenkort-Vereinsmitgliedern nicht entgegen. Laut Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) gebe es bereits einen konkreten Interessenten, der das Gebäude für Wohnzwecke umbauen möchte. Dieser sei bereit, die Gedenkstätte im Objekt auf der Basis eines Mietvertrages mit unterzubringen - ebenso wie die aktuell in der Jagdschänkenstraße ansässige BStU-Außenstelle. Diese möchte ebenfalls auf den Kaßberg umziehen.

Von der königlichen Haftanstalt zum Stasi-Gefängnis

Im Jahr 1886 wurde das Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg als Königlich-Sächsische Gefangenenanstalt gegründet. Als sogenanntes Panoptikum konzipiert, konnte das Aufsichtspersonal vom zentralen Rundbau aus alle drei übereinanderliegenden Zellengalerien beobachten. Während des Nationalsozialismus waren in der Einrichtung ein Gerichtsgefängnis sowie eine Strafvollzugsanstalt untergebracht. Nach dem Zusammenbruch der NS-Herrschaft nutzten sowjetische Besatzungsbehörden die Anlage, über die genaue Form der Nutzung gibt es heute allerdings kaum noch Kenntnisse. Die Geschichte des Komplexes als Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit (Stasi) begann 1957. Sie hatte schon drei Jahre zuvor zu diesem Zweck ein Gebäude an der Hartmannstraße 24 betrieben. Die Abwicklung der Entlassung der freigekauften Häftlinge in die BRD begann 1967. Die Hauptgründe dafür waren einerseits die hohe Kapazität des Gefängnisses mit 370 Haftplätzen, andererseits die geringe Entfernung zur Staatsgrenze mit der Bundesrepublik.

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Chemnitz-Stadtraete-unterstuetzen-Plaene-fuer-Stasi-Gedenkort-am-Kaszberg-artikel7974569-1.php

Ruairí O'Brien in Frankfurt for the Luminale 2012

 
Lichtmasterplan-Poetika 19.04.2012

„Jede Stadt ist einzigartig, jede Stadt hat ihre Geheimnisse, ihre eigene Poesie und erzählt ihre Geschichten demjenigen, der sich Zeit nimmt, zuzuhören. Das ist meine Arbeit. Hier fängt ein Lichtmasterplan an. Mit der Poesie.“

 Its great to be in a big city like frankfurt for a lighting trade fair. The "light and Build" trade fair is certainly special, all the big and small players in the lighting world converge and converse. Halls and halls of lights and smart people talking about light. In the evening theres the added attraction of the "luminale". I have done four projects for the luminale,  two as a professor with my students, creating a "Lightmachine" and a "Light installtion" in previous years. Two years ago I started up a "Light Walk" working with daylight and nightlight. I concentrated on the inner city area around the Römerplatz, the old and the new face of the city, both sides of the river, old haunts were I spent time when I first came to germany and lived in Frankfurt. This year I concentrated on the area around Bockenheim, an area of great interest, university buildings, wine bars and students which is in a phase of change.
  
See: www.lichtmasterplan-poetika.blogspot.com

Monday, March 26, 2012

“Rotes Sofa” – Das Kulturgespräch am Donnerstag - Ruairí O'Brien & Dr. Albrecht Goetze




Das Rote Sofa wird ein Jahr alt und kann nach dem Start im vergangenen März auf 11 Shows, viele spannende und interessante Gäste aus Kunst und Kultur sowie ein abwechslungsreiches, musikalisches Rahmenprogramm zurückblicken.
Deshalb möchte sich Produzent des Roten sofa Alexander Fuchs herzlich bei den bisherigen Gästen bedanken und lädt zur. 12. Runde der Veranstaltungsreihe und damit dem ersten Geburtstag des Roten Sofas ein:
In gemütlicher & stilvoller Clubatmosphäre des Jazzclub Tonne nimmt der Architekt RUAIRÍ O’BRIEN und der Initiator des Meetingpoint Music Messiaen DR. ALBRECHT GOETZE auf dem ROTEN SOFA Platz. Musikalisch begleitet STRÖMKARLEN das 12. Rote Sofa. Durch die Show führt der Leipziger Autor und Maler Michael Ernst.
Geboren in Dublin, studierte Ruairí O’Brien Architektur an verschiedenen Universitäten in London, Edinburgh und New York. Anschließend arbeitete der Architekt für mehrere renommierte Büros in London, New York, Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin & Dresden. Mit der Gründung des eigenen Büros „Ruairí O’Brien. Architektur. Licht. Raumkunst.“ ist O’Brien seit 1995 in Dresden wohnhaft. Neben seinem Ehrenamtlichen Engagement in verschiedenen Vereinen, u.a. im Erich Kästner Museum Dresden, ist Ruairí O’Brien an verschiedenen Hochschulen in Sachsen als Dozent tätig. In diesem Jahr gründete der gebürtige Ire sein eigenes Außeruniversitäres Forschungslaboratorium – die Ruairí O’Brien – Akademie.
Er ist der Initiator und Leiter des binationalen MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN in Görlitz-Zgorzelec. Dr. Albrecht Goetze, geboren in Leipzig, wuchs in Berlin auf und studierte Theatergeschichte, Ägyptologie, Neuere Deutsche Literaturgeschichte und Philosophie in München. Nach seinem Studium kamen weitere Berufungen u.a. das Komponieren hinzu. Als Regisseur inszenierte Albrecht Goetze u.a. in Bregenz, London und Hamburg.Nach einer Werkzeugmacherlehre in München folgte 2002 der Umzug nach Görlitz. Dort arbeitet der gebürtige Leipziger gestalterisch und musikalisch mit Kindern und Jugendlichen u.a. mit der Gründung einer Kinder- und Jugendgalerie GRAFFITTI GÖRLITZ & Co. KG.

Musikalisch begleitet das AkustikTrio STRÖMKARRLEN mit Ihren „songs from the north“ das 12. Rote Sofa. So, wie der nordische Wassergeist Strömkarlen seine Opfer mit unwiderstehlichem Fiedelspiel in den Bann und schließlich in die Tiefe zieht, entführt das gleichnamige deutsch-schwedische Trio in die Weiten des europäischen Nordens.




Zusatzinformation
Olivier Messiaen (1908 - 1992), eine der bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, hat 1940/41 als Kriegsgefangener im sogenannten Stammlager VIIIa in Görlitz sein berühmtes "Quartett auf das Ende der Zeit" (Quatuor pour la fin du temps) komponiert. Es wurde dort von ihm und weiteren Häftlingen aus seiner französischen Heimat vor etwa 400 Mitgefangenen uraufgeführt.
Albrecht Goetze hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor Ort sowohl an dieses zentrale Werk der Kammermusik als auch an dessen Komponisten – der als Pädagoge nicht zuletzt das Schaffen von Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Iannis Xenakis mitprägte – zu erinnern. Der Meetingpoint Music Messiaen soll auf dem heute zum polnischen Zgorzelec gehörenden Gebiet des einstigen Lagers eine multimediale Begegnungsstätte von europäischem Rang werden. Gelegen auf der historischen Via Regia, soll im Dreiländereck Polen - Tschechien - Deutschland das kulturell-geistige Zusammenwachsen des Kontinents gefördert werden.

Wednesday, March 14, 2012

Stadthäuser von Ruairí O'Brien - Zeitgenössische Architektur für städtisches Wohnen



Auf 33 der 49 Grundstücke sollen Einfamilienhäuser entstehen.

Foto: SZ/Peter Hilbert

Erste Bauentwürfe fürs Bramschgelände
Von Peter Hilbert

Friedrichstadt

Ein Dresdner Architekt hat eine Vision für Stadthäuser entworfen, die sich in die historische Friedrichstadt einfügen sollen.

Morgen entscheidet der Stadtrat über den Bebauungsplan fürs Bramschgelände. Stimmt er zu, ist eine entscheidende Hürde auf dem Weg vom Industriestandort zum attraktiven Wohngebiet genommen. Im Plan hängt die Messlatte in puncto Gestaltung hoch. Schließlich liegt das 2,3 Hektar große Areal dicht am Zentrum. Die TLG Immobilien GmbH, die das Gelände erschließt, hat den Dresdner Architekten Ruairi O’Brien Gestaltungsentwürfe entwickeln lassen. „So sollen angehende Bauherren eine Vorstellung bekommen, wie ihr Haus aussehen könnte“, sagt TLG-Sprecherin Edith Grether. Der aus Irland stammende Architekt war kurz nach der Wende nach Dresden gekommen. Seit 1992 führt der heute 50-Jährige sein Büro mit derzeit fünf Mitarbeitern. O’Brien hat jetzt Entwürfe für Einfamilienhäuser vorgelegt. Davon sind 33 vorgesehen. Zudem sollen auf 16 Parzellen noch größere Gebäude entstehen. „Hier dürfen keine Nullachtfünfzehn-Häuser reinkommen. Die Stadt will kein Durcheinander von Fertigteilhäusern haben“, nennt der Architekt das Ziel. Der Bebauungsplan enthält unter anderem die Vorgaben, dass keine Satteldächer errichtet werden dürfen. Zudem sollen in dem trotz des Hochwasserausbaus von Elbe und Weißeritz auch künftig überschwemmungsgefährdeten Gebiet keine Keller gebaut werden. Anfangs hatte er bei einem Workshop mit Bauinteressenten über die Vorstellungen für ihre Häuser gesprochen. „Wir haben dann versucht, uns intelligente Lösungen auszudenken“, sagt O’Brien. Dabei gehe es darum, dass sich die zwei- bis dreigeschossigen Stadthäuser auch den sich wandelnden Lebenssituationen der Familien anpassen können. So hat er modulartige Gebäude mit Stahlskeletten entworfen, in denen später durch separate Treppenhäuser auch Einliegerwohnungen abgetrennt werden können. Beispielsweise für die Großeltern und erwachsenen Kinder. Möglich sei so auch, Bereiche als Werkstatt oder Arbeitsraum abzutrennen. Für die Flachdächer hat der Architekt Varianten vorgelegt, in denen diese begrünt oder mit Solaranlagen ausgestattet sind. Zudem sind Möglichkeiten für Carports im Haus vorgesehen. So könnte der Anteil der Grünflächen erhöht werden. Entworfen wurden holzverkleidete und verputzte Fassaden mit großen Fenstern. Zudem hat O’Brien ein Fundamentsystem mit Ständern für das hochwassergefährdete Gebiet entwickelt, sodass das Wasser problemlos kommen und wieder abfließen könne. „Unsere Entwürfe sind die Übersetzung des Bebauungsplans in Bilder“, erläutert der Architekt. Auf der Basis könne über die Gestaltung debattiert werden. Stadtplanungsamtschef Stefan Szuggat sieht das als eine Voraussetzung, die historische Friedrichstadt wiederzubeleben. Auf dem attraktiven Standort sollten individuell entworfene Gebäude errichtet werden. „Die Bebauungsstudien des Architekturbüros O’Brien stimmen mit den städtischen Intentionen überein“, bestätigt er. Die 49 Grundstücke sind gefragt. 30 davon sind laut TLG schon reserviert. Beschließt der Stadtrat den Bebauungsplan, beginnt der Verkauf der Parzellen.

Sächsische Zeitung vom 14.03.2012

Tuesday, February 14, 2012

Dresdner Architekt Ruairi O‘Brien möchte mit seinem Plattenbaumuseum „Betonzeitschine“ einen Ort der Begegnung für Alt und Jung schaffen

„Der Zerstörung der Stadt eine andere Sichtweise geben“


Ruairi O'Brien möchte die eingelagerten Ausstellungsgegenstände möglichst bald wieder einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Foto: Dietrich Flechtner
Von 1958 bis 1990 wurden im Johannstädter Plattenwerk an der Gerokstraße alle Außenplatten der Dresdner Wohnblöcke angefertigt. Als die Fabrik 2001 abgerissen wurde, waren viele froh, dass die Industriebrache endlich verschwand. Es gab allerdings auch Dresdner, die das Andenken an den DDR-Plattenbau erhalten wollten. Zu ihnen zählte der Johannstädter Hobbyfotograf Lars Beetz. Gemeinsam mit Werner Ehrlich, der den Stadtladen Johannstadt leitete und das Projekt angestoßen hatte, setzte er sich dafür ein, dass auf dem Grundstück ein Plattenbaumuseum entsteht. 2004 war es dann so weit und das Plattenbaumuseum „Betonzeitschiene“ öffnete auf einem 1500 Quadratmeter großen Streifen an der Arnoldstraße seine Pforten. Konzipiert wurde es von dem Dresdner Architekten Ruairi O‘Brien. Der gebürtige Ire erkannte das architekturhistorische Potenzial des Ortes und entwarf das weltweit erste Plattenbaumuseum. „Wir brauchen solche Projekte, um der Zerstörung der Stadt am 13. Februar 1945 eine andere Sichtweise zu geben“, so O‘Brien. Der Name „Betonzeitschiene“ wurde in diesem Zusammenhang ganz bewusst als Kunstwort erfunden: „Beton ist nur für kurze Zeit formbar, dann ist er hart. Genauso ist es mit unserer Zeit auf Erden. Wir müssen unsere Gesellschaft gestalten und dürfen sie nicht Gruppen wie den Nazis überlassen, die uns erstarren lassen wollen“, betont der Architekt. Auf insgesamt neun Stationen konnten die Besucher in dem Museum durch die Vergangenheit reisen. Den Anfang bildete dabei die Zeit, als sich auf dem Gelände das Carolakrankenhaus befand, eines der ersten Kinderkrankenhäuser in Europa. Diese Epoche wurde mit Hilfe von authentischen Sandsteinfragmenten dargestellt. In einem weiteren Bereich symbolisierte eine graue, leere Betonfläche die Nazizeit und ein paar Schritte weiter standen einzelne in Beton eingelassene Trümmersteine für die Zerstörung am13. Februar. Auf diese Weise wanderte der Besucher durch die Geschichte und konnte nachvollziehen, wie die Stadt nach dem Krieg mit den Betonelementen des Johannstädter Plattenbauwerkes wieder aufgebaut wurde. Neben zahlreichen Betonplatten mit ihren bunten Außenfliesen wurden in dem Museum außerdem Abbruchstücke, Gerüstteile und vorgefertigte Nasszellen gezeigt. Diese kreative Atmosphäre machte die „Betonzeitschiene“ auch zu einem beliebten Anlaufpunkt
für kulturelle Veranstaltungen. „Es gab zum Beispiel Theateraufführungen und Malereiworkshops oder Videoprojektionen“, erinnert sich der stellvertretende Vorsitzende des Vereins„Betonzeitschiene“, Lars Joachim. Auch für ausländische Touristen sei der Ort daher interessant gewesen.


Bis 2007 hatte das Plattenbaumuseum "Betonzeitschiene" seinen Standort an der Ecke Gerokstraße /Arnoldstraße. Foto: Betonzeitschiene

2005 wurde O’Brien’s Museum von der Kunstkommission der Stadt Dresden mit einem Preis für Kunst im öffentlichen Raum geehrt.
Trotz des großen Zuspruchs war 2007 ganz unerwartet Schluss. Nur drei Jahre nach seiner Eröffnung musste das Museum schließen. Grund war, dass es der Stadtverwaltung in Verhandlungen mit dem Berliner Eigentümer des Grundstücks nicht gelungen war, eine weitere Zwischennutzung für den Verein zu erreichen. Seitdem sind die Exponate eingelagert und warten auf eine Wiedereröffnung des Museums. Pläne gibt es schon seit langem, aber es scheiterte immer wieder an der Umsetzung. „Im Jahr 2006 wurde im Stadtrat der Bebauungsplan für das gesamte Gelände des ehemaligen Betonwerks beschlossen Teil des Plans ist auch die
Wiederherstellung der alten Stephanienstraße, die durch das Grundstückführt. Hier soll die Ausstellung wieder neu entstehen, auf einem Abschnitt, der nur für Fußgänger und Radfahrer genutzt werden kann“, erklärt Christoph Mann vom Stadtplanungsamt. Die Passanten könnten dann rechts und links daran vorbeifahren. Allerdings sei es im Moment schwer, den Bau der Straße voranzutreiben, wenn auf dem angrenzenden Grundstück kein Baubeginn in Sicht sei. Ohne Straße gibt es aber keine Ausstellung. Von der Berliner Firma „Idealwert“, die seit langem auf dem Areal bauen will, gab es auf DNN-Anfrage nur die Nachricht, dass der Eigentümer des Grundstücks verstorben sei und daher in absehbarer Zeit nicht gebaut werde. Ruairi O‘Brien bedauert das sehr, weil er das Freiluftmuseum als große Chance sieht: „Alt und Jung könnten sich hier begegnen und über die Geschichte ins Gespräch kommen.“ Im Moment bleibt den sieben Vereinsmitgliedern der „Betonzeitschiene“ jedoch nur das Prinzip Hoffnung. Und das, obwohl sich viele Menschen wünschen, dass es das Museum bald wieder gibt. „Zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland beweisen, dass das Interesse nach wie vor sehr groß ist“, berichtet Lars Joachim.

STH
DNN

http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/kultur/detail/-/specific/Architekt-will-Dresdner-Plattenbaumuseum-wiederbeleben-713561255

Monday, February 13, 2012

Isi Metzstein obituary

Innovative architect who designed some remarkable postwar British buildings


• Israel Metzstein, architect, born 7 July 1928; died 10 January 2012



St Peter's Seminary, Cardross, designed by Isi Metzstein. It opened in 1966 and is now a ruin. Photograph: Riba Library

Isi Metzstein, who has died aged 83, was jointly responsible for some of the most remarkable and distinguished modern architecture in postwar Britain. Under the umbrella of the Glasgow practice of Gillespie Kidd & Coia (GKC), for whom he worked throughout his career, he and his colleague Andrew MacMillan designed a series of striking churches in and around Glasgow, as well as school and university buildings further afield, including Robinson College, Cambridge. They were also the architects of St Peter's Seminary at Cardross, Argyll and Bute, once widely regarded as the finest modern building in Scotland but now a derelict ruin.

Metzstein was born in Berlin, the son of two Polish Jews, Efraim (who died in 1933) and Rachel. He escaped Germany in 1939 under the Kindertransport scheme. The boy, his siblings and their mother were scattered all over Britain until the family was eventually reunited. The young Isi had been taken in initially by a family in Hardgate, Clydebank, and he remained in Glasgow for the rest of his life.



Isi Metzstein formed a club for the 'victims of premature scrapheaping'.



Photograph: Dominik Gigler



Metzstein then devoted himself to what had long been his second career – for which he will be missed as much as the first – teaching. He lectured at the Mackintosh School of Architecture at Glasgow School of Art (where MacMillan was head), the University of Edinburgh (where he became professor) and elsewhere. Though he could be a harsh critic of students' work, one practitioner recalled him as "an inspiration and a wonderful motivator who has left a lasting legacy of heavyweight, thick-skinned devotees, building all over the world." - Martin Childs -Independent http://www.independent.co.uk/news/obituaries/isi-metzstein-architect-hailed-for-his-modernist-visionand-inspirational-teaching-6295416.html


In 1945, having left school, he decided he wanted to become an architect, and a chance connection led to an apprenticeship with Jack Coia, the sole surviving partner of Gillespie Kidd & Coia, the firm he had taken on in the late 1920s. At the same time, Metzstein enrolled for evening classes in architecture at the Glasgow School of Art, where he met MacMillan, whom he brought into the firm in 1954. Together, they were to transform the practice and, as "Andy and Isi", became a celebrated double-act, as designers, teachers and talkers.
Coia, the son of Italian immigrants, had reopened the office after the second world war and resumed his association with the Roman Catholic archdiocese of Glasgow, having built a number of churches in the 1930s. The archdiocese was about to embark on a programme of churchbuilding. At first, Coia's archi tecture continued in the manner of his prewar work, but soon the influence of his two and open-minded assistants became evident, familiar as they were with avant-garde buildings in continental Europe, in particular the work of the Swiss architect Charles-Édouard Jeanneret, better known as Le Corbusier.
The turning point was the church at Glenrothes, a new town in Fife, which was completed in 1957. With its tapering, open plan, austere aesthetic and white exterior, this was clearly the creation of different hands. Henceforth, Coia's task was to secure the commissions, while the work was carried out by his young and expanding office. Although GKC were responsible for schools and some housing during the late 1950s and 60s, what stood out was the series of bold and inventive churches. It is ironic that, while the Roman Catholic hierarchy believed the architect to be the almost mythical Coia, the designing was in fact carried out by a Jewish refugee from Berlin and a Glaswegian of Highland Presbyterian ancestry.
Metzstein, who described himself as a "lapsed atheist", had a strong sense of the numinous, achieved in his churches by the dramatic handling of light in dark interiors. Some of the churches were in the tradition of tall and powerful brick boxes, such as those at East Kilbride (1962) and Kilsyth (1964). Others – St Benedict's, Drumchapel (1970), Our Lady of Good Counsel, Dennistoun (1965) – had highly inventive plans and unconventional internal spaces.
However, their masterpiece was undoubtedly St Peter's (1966), where neo-Corbusian ranges with a brilliant stepped-section were disposed around an existing Victorian mansion.
The work of GKC stood out from that of their equally modern-minded contemporaries in England. As Metzstein explained: "We got the unique opportunity to design modern buildings that were not modern programmes – churches, convents, seminaries … We were relatively young and more excitable, maybe … We were designing churches, which are one-off buildings with an emotional and religious context."
By good fortune, the firm never jumped aboard the high-rise, system-building juggernaut. Metzstein and MacMillan were also unusual in having a serious interest in history, appreciating the character of Glasgow's urban fabric of stone tenements and extolling the merits of the work of the city's great architects of the past, Alexander "Greek" Thomson and Charles Rennie Mackintosh, at a time when it was either ignored or under threat.
In 1969, when Coia was awarded the Royal gold medal for architecture, he asked that his two partners be associated with the honour. But by then things were beginning to go wrong. The patronage of the archdiocese was coming to an end (although new jobs appeared in England) and problems were emerging with the firm's experimental buildings. As with Frank Lloyd Wright, stories abound about leaking roofs and structural problems. The campanile at the East Kilbride church was taken down and in 1991 the wonderfully dramatic church at Drumchapel was summarily demolished a few days before it was due to be listed. As for St Peter's, which was superbly constructed (unlike some of the churches), it was rendered almost obsolete as soon as it was finished by the new policy, after the Second Vatican Council, of training priests in urban settings. It was abandoned by the archdiocese in 1980 and fell prey to vandals. Despite its grade A listing by Historic Scotland and its inclusion on the World Monuments Fund's list of sites most at risk, the structure remains a ruin.
Metzstein later announced the foundation of the Macallan club (named after his favourite whisky), whose members are the architects of buildings "demolished or mutilated without the involvement of its designer" and who, "the victims of brutal, premature 'scrap-heaping', are witnesses to the fragility of permanence which characterises [the] century". This may have been a joke, but it all hurt – deeply.
The firm's last building was Robinson College, an complex and inventive redbrick response to the growing reaction against the Modern movement, which was completed in 1980. Metzstein then devoted himself to teaching and lecturing, at the Mackintosh School of Architecture at the Glasgow School of Art (of which MacMillan was head), at the University of Edinburgh (where he was professor) and elsewhere.
He was held in great affection and respect by architects all over Britain, and was both revered and feared for his incisive and often devastating criticism of student work. It was annoying that recognition – and a growing admiration for the work of GKC – came so late. When Metzstein and MacMillan were presented with an award by the Royal Institute of British Architects for their teaching in 2008, Metzstein noted that "it would have been even better to receive this while we were still alive".
He remained until the end the conscience of a rational modernity, and was "allergic to 'starchitects' whose work fills the magazines". He much disliked the posturing arbitrariness of such buildings as Daniel Libeskind's Jewish Museum in Berlin, "which I can't take, both as an architect and as a Jew born in Berlin".
Behind Metzstein's acerbic wit, uttered in his guttural accent – a distinctive combination of German and Glaswegian – was a warm and generous personality. For an architect, he was unusually well-informed, intellectually curious and cosmopolitan in outlook.He lived with his wife, Dany, also of central European Jewish origin, and his family, in Hillhead. At home he created an ideal city made of metal tourist souvenir models of buildings which his many friends would send him from all over the world.
He is survived by Dany, his children, Mark, Saul and Ruth, and his brother and twin sister.


Gavin Stamp - Guardian


Sunday 22 January 2012 16.52 GMT


See: http://www.guardian.co.uk/artanddesign/2012/jan/22/isi-metzstein



Tributes pour in for Isi Metzstein


The architects journal


See: http://www.architectsjournal.co.uk/news/daily-news/tributes-pour-in-for-isi-metzstein/8624674.article


"The crit …was his stage Isi, slumped hurumphing in his chair at the front – eyes darting distractedly across the wall of inadequate material in front of him – ‘when are we going to get this show on the chrode’.Tired red-eyed students lining up to have their work stripped of its whimsy. Eager ranks of staff and other students – anticipating a spectacular road crash And thankful it’s not their turn - this time. Then Like a great medical practitioner from another age Your drawings were passed through his MRI’s And your cringing justifications dismissed ‘reedichol’ss’ He’d spot the cancer in the plan or section- then play with it – unpicking, dissecting, reducing. The project now in pieces, strewn across the floor – panic would set in…At this point – Isi would split in two Isi 1 gripping a problem with the scheme by the throat – while asking it a question Isi 2 dancing, teasing, re-mixing the parts Conjuring deftly If you could keep up, you left with a nugget No fools gold here. With great memories of a magical teacher"


Roddy Langmuir

Sunday, February 5, 2012

Lichtkunst am Rathaus - Marktplatz Torgau - Ruairí O'Brien

Torgau solle sein schönes Rathaus sowohl am Tage als auch in den Abendstunden zeigen. Diese Meinung vertritt der Dresdener Archtitekt Ruairí O‘Brien, der sein Konzept für eine mögliche Lichtgestaltung des Torgauer Marktes präsentierte.
Foto: Visualisierung: Ruairí O’Brien. Architektur.Licht.Raumkunst




Torgau (TZ). „Licht zieht Menschen an“, das offerierte der Dresdener Architekt Ruairí O‘Brien den Torgauer Stadträten, während er ihnen im Technischen Ausschuss seine Vorstellungen für die mögliche Lichtgestaltung des Torgauer Marktplatzes vorstellte. O‘Brien hatte die Ansätze der Siegeragentur aus dem Architekturwettbewerb im Jahr 2004 geprüft und verbessert. In seine Betrachtung bezog er neben dem dominanten Rathaus und dem Marktplatz auch die Scheffelstraße, die Bäckerstraße und den Fleischmarkt ein. Es sollte ein stimmiges Beleuchtungskonzept für den gesamten Raum werden. Dieses präsentierte er wie bereits erwähnt am Mittwoch im Ausschuss. Immer wieder hatte es im Vorfeld Beratungen mit und in der Stadtverwaltung gegeben. Für das Beleuchtungskonzept ausschlaggebend seien laut O‘Brien letztlich auch die Nutzung der einzelnen Flächen. Entsprechend erstellte sein Büro eine Bestands- und eine Standortanalyse. Im Rahmen dieser offenbarten sich große Unterschiede in der Beleuchtung der einzelnen Straßenzüge. Hier sprach sich der Architekt für eine Vereinheitlichung aus. „Vielleicht sogar mit einer TorgauLeuchte, einer Identität stiftenden Leuchte“, so O‘Brien gegenüber den Abgeordneten. Vor allem das Rathaus hatte es dem Architekten angetan. „Wenn Sie etwas so Schönes haben, dann müssen Sie es auch zeigen“, sagte er und schlug vor, das Rathaus künftig anzustrahlen und so seine Gesamtschönheit, aber auch die besonderen Einzelheiten hervorzuheben. „Nehmen Sie zum Beispiel Kaufhäuser. Die sparen nicht an Licht, denn Sie wollen ihre Sachen verkaufen. Auch Sie wollen Ihre Stadt verkaufen“, erklärte O‘Brien. Für die Bäckerstraße hat der Architekt Überspannleuchten vorgesehen. Allerdings müsste die Stadt hier das Gespräch mit den Hauseigentümern suchen, da die Leuchten an den Fassaden befestigt werden. „Vorteil ist aber, dass sie sehr viel freien Raum erhalten“, verdeutlicht O‘Brien. Auf dem Fleischmarkt und in der Scheffelstraße schweben dem Künstler Wandleuchten vor.Fakt ist jedoch, dass die gesamte Lichtgestaltung aus finanziellen Gründen nicht in einem Ruck zu realisieren ist. Deshalb schlug Oberbürgermeisterin Andrea Staude vor, das Projekt in mehrere Bauphasen zu unterteilen. Auch sei die Lichtgestaltung aus dem gleichen Grund nicht sofort in Angriff zu nehmen. Geplant werden müsse aber doch, da noch in diesem Jahr in der Scheffelstraße neue Trink- und Abwasserleitungen verlegt werden. Auch die Stadtwerke und ECT schließen sich an. Eben diese Baumaßnahme könnte die Stadt also nutzen, um die Kabel für die späteren Wandleuchten mit in die Erde zu bekommen. „Nur deshalb stellen wir Ihnen dieses Projekt heute vor“, erklärte Oberbürgermeisterin Andrea Staude auf die Bemerkung von Stadtrat Peter Deutrich, dass die Stadt doch Prioritäten setzen müsse. „Denn wie wirkt gutes Licht, wenn es an anderen Stellen wie den Gehwegen und den Stadtmöbeln hapert“, so der Einwurf des LINKE-Abgeordneten. „Es geht um das große Ganze. Wir wollen die Pläne jetzt abstimmen, um für spätere Entscheidungen gewappnet zu sein“, betonte die Oberbürgermeisterin noch einmal abschließend





http://www.torgauerzeitung.de